Bodenrichtwert
Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Wert des Bodens je Quadratmeter in einer bestimmten Zone, ermittelt von den Gutachterausschüssen. Er ist ein Ausgangspunkt für den Bodenwert in der Immobilienbewertung, aber kein Wert für ein einzelnes Grundstück.
Auch bekannt als: Bodenrichtwerte · BORIS · Bodenwert · Gutachterausschuss · Bodenrichtwertkarte
Der Bodenrichtwert ist nach § 196 BauGB der durchschnittliche Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken in einer Bodenrichtwertzone, angegeben in Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche. Er bezieht sich auf ein unbebautes Grundstück mit typischen Merkmalen der Zone.
Wer ihn ermittelt und wo man ihn findet
Die Bodenrichtwerte ermitteln die örtlichen Gutachterausschüsse aus den tatsächlich gezahlten Kaufpreisen, mindestens alle zwei Jahre, in vielen Ländern jährlich. Abrufbar sind sie kostenlos über die Bodenrichtwertinformationssysteme der Länder, gebündelt unter BORIS-D.
Wofür Makler ihn brauchen
Im Sach- und Ertragswertverfahren ist der Bodenwert ein eigener Baustein, der Bodenrichtwert ist dafür der Ausgangspunkt, siehe Wertermittlungsverfahren. In der Akquise hilft er, Preisvorstellungen von Eigentümern einzuordnen, vor allem bei Grundstücken und älteren Häusern, bei denen der Boden einen großen Teil des Werts ausmacht.
Was er nicht ist
Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnitt. Weicht ein Grundstück in Größe, Zuschnitt, Bebaubarkeit oder Erschließung von der Zone ab, weicht auch sein Wert ab. Für ein einzelnes Grundstück braucht es deshalb Anpassungen oder ein Gutachten.
Verwandte Begriffe
- Wertermittlungsverfahren (Vergleichswert, Ertragswert, Sachwert)Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) kennt drei Verfahren: das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren und das Sachwertverfahren. Welches passt, hängt davon ab, wie Immobilien dieser Art am Markt gehandelt werden.
- AVM / ImmobilienbewertungAVM (Automated Valuation Model) ist ein statistisches Bewertungsmodell, das den Marktwert einer Immobilie auf Basis von Vergleichsobjekten, Lage-Daten und Marktindikatoren automatisch berechnet — in Sekunden, mit Konfidenzwert. Wird für Akquise, Vermarktung und Lead-Generierung genutzt.
- Mikrolage und MakrolageDie Makrolage beschreibt die Region und Stadt einer Immobilie — Wirtschaftskraft, Bevölkerungsentwicklung, überregionale Anbindung. Die Mikrolage beschreibt das unmittelbare Umfeld: Straße, Nachbarschaft, Entfernung zu ÖPNV, Nahversorgung, Schulen und Lärmquellen. Beide zusammen bestimmen Wert und Vermarktbarkeit.
- GrundbuchDas Grundbuch ist das öffentliche, aber nicht öffentlich einsehbare Register der Grundbuchämter (Amtsgerichte), in dem Eigentum, Belastungen und Grundpfandrechte jedes Grundstücks verzeichnet sind. Vier Bereiche: Bestandsverzeichnis (Flurstücke), Abteilung I (Eigentümer), Abteilung II (Lasten/Beschränkungen wie Wegerecht, Wohnrecht, Vormerkungen) und Abteilung III (Hypotheken/Grundschulden). Für die Maklerpraxis das wichtigste Einzeldokument.