Mietfläche nach gif (MF-G)
Die MF-G ist die Mietfläche für gewerblichen Raum nach der Richtlinie der gif (Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung). Sie ist in Deutschland der Marktstandard, um Büro- und Gewerbeflächen einheitlich zu messen und Mieten vergleichbar zu machen.
Auch bekannt als: MF-G · gif-Richtlinie · Mietfläche Gewerbe · gif-Mietfläche · vermietbare Fläche
Die MF-G ist die Mietfläche für gewerblichen Raum nach der Richtlinie der gif, der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung. Sie baut auf der DIN 277 auf und legt fest, welche Flächen eines Gebäudes als Mietfläche zählen und wie sie auf die Mieter verteilt werden. Für Wohnraum gilt stattdessen die Wohnflächenverordnung.
Warum es einen Standard braucht
Eine Miete von 20 € je Quadratmeter sagt nur etwas, wenn klar ist, welche Quadratmeter gemeint sind. Ohne einheitliche Regel rechnet der eine Treppenhäuser und Flure mit, der andere nicht. Die MF-G macht Angebote, Mietverträge und Marktberichte vergleichbar und ist deshalb in Büro- und Gewerbemietverträgen üblich.
Was zur Mietfläche zählt
Die Richtlinie unterscheidet Flächen, die einem Mieter exklusiv zur Verfügung stehen, von gemeinschaftlich genutzten Flächen, die anteilig verteilt werden. Flächen, die keine Mietfläche sind, etwa technische Anlagen, Schächte und bestimmte Verkehrsflächen, werden als MF-0 ausgewiesen. Welche Fassung der Richtlinie gilt, sollte im Mietvertrag stehen.
Im Gewerbemaklergeschäft
Für die Vermarktung zählt eine saubere Flächenangabe in Exposé, Stacking Plan und Mietaufstellung. In propgen sind vermietbare Fläche und Bürofläche eigene Kriterien in Suchprofilen für Gewerbe und Investment, und die Mietvertragskennzahlen berechnen vermietete Fläche und Leerstand aus den Verträgen. Nach welcher Methode die Fläche gemessen wurde, legt der Makler fest.
In propgen verfügbar als
Verwandte Begriffe
- Wohnflächenverordnung (WoFlV)Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) regelt seit 2004, wie die Wohnfläche einer Immobilie berechnet wird — verbindlich für preisgebundenen Wohnraum, im freien Markt als BGH-Auslegungsregel. Welche Flächen voll, anteilig oder gar nicht zählen (Balkon 25 %, Dachschräge ab 1 m halb, ab 2 m voll), und warum Abweichungen über 10 % zu Mietminderung oder Kaufpreisreduktion führen.
- Stacking PlanEin Stacking Plan ist eine grafische Geschoss-Übersicht aller Einheiten in einem Gebäude — pro Einheit sind Fläche, Nutzungsart, Mieter und Mietstatus auf einen Blick sichtbar. Standardwerkzeug für Bestandsanalyse und Eigentümergespräche im Commercial-Bereich.
- Mietaufstellung (Rent Roll)Die Mietaufstellung, englisch Rent Roll, listet alle Mietverhältnisse einer Immobilie oder eines Portfolios zu einem Stichtag: Einheit, Mieter, Fläche, Mietbeginn und -ende, Kündigungsoptionen, Nettokaltmiete, Nebenkosten und Leerstand. Sie ist die Datengrundlage für Kaufpreis, Rendite und Due Diligence.
- WALT / WAULT (Weighted Average Lease Term)WALT — Weighted Average Lease Term — ist die mit den Mieterträgen gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit aller Mietverträge eines Gewerbeobjekts oder Portfolios. International und in Marktberichten heißt dieselbe Kennzahl WAULT (Weighted Average Unexpired Lease Term). Zentrale Kennzahl für Mietausfall-Risiko, Verkehrswert und Bankfinanzierung. Wird in WALT to Break (bis zur nächsten Kündigungsmöglichkeit) und WALT to Expiry (bis zum Vertragsende) unterschieden — beide Werte gehören in ein seriöses Investment-Exposé.